Pfarrei Teublitz 0001Kirchenführungen muten manchmal etwas langatmig an und werden gerade von Grundschulkinder bisweilen als eher langweilig abgetan. Ein richtiges Erlebnis hingegen war das „Blind Date“, zu der die Pfarrgemeinde Teublitz die Kommunionkinder und deren Familien eingeladen hatte. Als die Kirchentüre aufging, öffnete sich für die Teilnehmenden eine ganz unerwartete Erfahrungswelt.
Vor der Kirchen wurden die Familien in fünf Minutentakt von Pfarrgemeinderatssprecher Georg Niederalt begrüßt und auf die Kirchenführung der besonderen Art eingeschworen. Denn vor Betreten des Gotteshauses musste man sich die Augen verbinden. „Bild Date“ war wörtlich gemeint. Blind geführt sollte es für die Familien der Kommunionkinder durch die Kirche gehen.

„Als unser Pfarrer dieses Konzept vorstellte war das Erstaunen im Pfarrgemeinderat groß.“, lächelt Georg Niederalt, „doch in der Pfarrei Ergolding gab es damit schon gute Erfahrungswerte und deren Konzept klang verlockend.“ Ein wenig an die Teublitzer Verhältnisse angepasst, konnte es dann an einem Sonntagnachmittag schon losgehen.

Pfarrei Teublitz 0004Nachdem die Augen verbunden waren, wurden die Familien von Gruppenleitern der Ministranten an die Hand genommen und durch die Kirche zu den einzelnen Stationen geführt. Dabei stellte sich heraus die ganze Aktion eine großer Vertrauensübung war. „Sehr interessant, wie weit sich Menschen führen lassen und sich einem anderen anvertrauen können.“, kommentiert Kinderhausleitung Helga Schmid, die sich in Teublitz um die Gemeindekatechse kümmert.

An der ersten Station hörten die blinden Kirchenbesucher Wasser plätschern. Während der Corona Pandemie aus der Mode gekommen, wurde das Weihwasser, das normalerweise am Kircheneingang zu finden ist, erklärt. Dabei erinnerte Kaplan William Akkala an das Sakrament der Taufe. Ein paar Meter weiter gab es etwas zu ertasten. Das Kreuz, stand im Mittelgang, und lud zu einer Körperübung ein, die Annette Schnekenburger anleitete. Vor dem Tabernakel war der Geschmackssinn gefragt. Die Osterkerze mit ihren Symbolen begegnete an der zweiten Station. Christl Luber meditierte mit den Kommunionkindern die Symbolik von Licht und Dunkel.

Brot wurde gekostet und Uwe Störtebecker erklärte dabei, dass es bei der Feier der Eucharistie um viel mehr geht als nur ein Lebensmittel für diese Welt. Nachdem man den Ambo samt Lektionar entdeckt deckt hatte, wurde ein Lied gesungen, dass die Würde des Wortes Gottes verdeutlicht: „Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht!“, sang Michaele Müllner mit den Kommunionfamilien.

Pfarrei Teublitz 0037Ein erstauntes „Ahhh“ war immer dann in der Kirche zu hören, als sich die Tür zu Sakristei öffnete. Denn dort strömte den einzelnen Gruppen schon der köstliche Duft des Weihrauchs entgegen. Angefacht und erklärt wurde dieser von Veronika Seck, die als ehemalige Oberministranten Expertin auf diesem Gebiet ist. Danach gab es einiges zu ertasten. Kelch, Hostienschale, Rosenkranz oder Gotteslob galt es zu entdecken. Dabei musste Andrea Weiß öfters lächeln: „Denn der Weihwasserpinsel wurde oft als etwas ganz anderes identifiziert.“ Letzte Station in der Kirche war die Marienkapelle. „Da stauten die Kinder nicht schlecht, als ich ihnen immer die Augenbinden abnahm und sie eine Kerze anzünden durften.“, freut sich Sophie Müllner. Die Oberministrantin betete am Ende der blinden Kirchenführung mit den Kommunionfamilien das Ave Maria, das die Kinder zuvor in der Schule gelernt hatte. Abschließend ging es in Pfarrheim zur Reflexion. „Die Frageböden für Eltern und Kinder sollen uns zeigen, wie die Aktion angekommen ist und was wir eventuell verbessern könnten.“, analysiert Barbara Michalski, die gleich die Gelegenheit nütze zur Sternsingeraktion einzuladen.

Bei der Nachbesprechung war Pfarrer Michael Hirmer voll des Lobes. „Die Kinder und Familien waren begeistert, es war ein Erlebnis für alle Beteiligten und dazu haben wir noch unseren Verkündigungsauftrag erfüllt.“ Mit ein paar kleinen Verbesserungen wird sicherlich auch nächstes Jahr das „Bild Date“ zur Kirchenführung der andern Art einladen.

 

 

Teublitz, 31. Okt  ´21