Pfarrei Teublitz031„Wenn der Tod vom Leben erzählt, die Angst von der Hoffnung spricht und Liebe den Hass vertreibt: Dann ist Ostern!“, lautete die Botschaft von Pfarrer Michael Hirmer in seiner Osterpredigt. Die österliche Frohbotschaft von der Auferstehung Jesu überwindet dabei auch konfessionelle Gräben. So feierte die evangelischen Pfarrerin Hanna Stahl mit den Kaplan William Akkala, Diakon Neumüller und Pfarrer Michael Hirmer den Auferstehungsgottesdienst in der Teublitzer Pfarrkirche.



Einen beeindruckende Osternacht erlebte die Pfarrgemeinde Herz Jesu Teublitz in der Nacht zum Ostersonntag. Schon zu Beginn der Abenddämmerung versammelten sich 130 Gläubige in der Pfarrkirche. Binnen 24 Stunden verfolgen via Internet sogar über 900 User den Ostergottesdienst aus Teublitz. Die Reaktionen der Mitfeiernden waren begeisternd: „Wir sind über 50 km gefahren, weil man hier versteht Ostern voll Freude zu feiern.“, berichtet eine Familie, die aus dem Landkreis Neustadt angereist war. Besonders angetan waren die Mitfeiernden von der ökumenischen Gestaltung der Osternachtfeier. „Ich finde es schön, dass die evangelische Pfarrerin Hanna Stahl mit dabei war, kurz gepredigt hat und den Segen spendete.“, wertschätz Pfarrgemeinderatssprecher Georg Niederalt die gelebte Ökumene in Teublitz.

Pfarrei Teublitz021In der Tat wurden die kurzen „Gespräche“ nach den alttestamentlichen Lesungen der langen Lichterfeier gelobt. „Sympathisch und verständlich für mein Leben.“, bringt Lektorin Helga Schmid den Sinn der Kurzpredigten der langen Vigil auf den Punkt. So erklärte Pfarrerin Stahl, dass die berühmte Geschichte vom „Durchzug des Volkes Israel durch das Rote Meer“ auf die Taufe gedeutet wird. Auch der Schöpfungsbericht gleich zu Beginn der Bibel oder die Propheten des Alten Testamentes lassen schon die Hoffnung auf die Auferstehung aufkommen.

Dabei spielt die stimmungsvolle Gestaltung der Liturgie eine wichtige Rolle. Draußen vor der Kirche wird ein Feuer entzündet. In der Kirche ist es dabei dunkel bis eine einzige Kerze Licht bringt. „Lumen Christi – Licht Christi“, ruft Diakon Heinrich Neumüller ins Kirchenrund. Das Licht besiegt die Dunkelheit! Ein Symbol dafür, dass die Auferstehung Jesu das Dunkel des Todes hell macht. Nachdem alle Mitfeiernden ihre Kerzen entzündet haben, folgt der lange Wortgottesdienst, die Vigil, in er alle brennenden Herzens den alttestamentlichen Lesungen lauschen. Kurzpredigten, Antwortgesänge und Gebete deuten diese auf die Auferstehung Christi. Trotz Corona-Einschränkungen verstand es Kirchenmusiker Norbert Hintermeier den Gottesdienst musikalisch so zu gestalten, dass die Osterfreude spürbar wurde. Mit Orgel, Geige und kleiner Chorbesetzung wurden Lieder gesungen, welche von der Osterfreude erzählten.

Pfarrei Teublitz039Traditionell wird in Teublitz zum Gloria-Lied, der Osterbaum in Teublitz geleuchtet. In blühender Kirschbaum zeigt den Gläubigen sinnlich: „Das Leben hat den Tod gesiegt!“ Schon Wochen vorher kümmert sich Mesner Günter Karcher darum, dass die Äste und Zweige eines Kirschbaums auch rechtzeitig zur Osternacht in voller Blüte stehen: „Vor zwei Wochen haben wir die Äste geschnitten und seitdem im beheizten Pfarrheim zum Blühen gebracht.“ Nach dem österlichen Halleluja verkündete Diakon Heinrich Neumüller die Frohbotschaft von der Auferstehung Jesu.

Bei der Predigt von Pfarrer Michael Hirmer wurde es still im großen Teublitzer Gotteshaus. Mit Worten, die zu Herzen rührten, schaffte es der Geistliche die österliche Botschaft ins Leben der Menschen zu übersetzen. „Auch in deinem Leben, gibt es große Steine, die scheinbar für dich unüberwindbar sind.“, spiele der Pfarrer auf das Evangelium an, in dem sich die ersten Osterzeuginnen fragen, wie sie den Stein vom Grabe Jesu weg bekämen, um den Leichnam zu salben. „Der unüberwindbare Stein des Todes ist durch Christus weggenommen worden.“ Nach Ostern könne der Tod vom Leben erzählen, die Krankheit von der Heilung und die Sünde von der Vergebung. Die Ausweglosigkeit kenne plötzlich viele Wege. „Wie verändert das dein Leben?“, frage der Geistliche immer wieder die Gläubigen.

Bewusst ökumenisch wurde das traditionelle Taufgedenken der Osternachtsfeier gestaltet. Während der katholische Pfarrer das Weihwasser segnete, fragte die evangelische Pfarrerin die Gemeinde nach dem gemeinsamen christlichen Glauben. Trotz gemeinsamen Glauben war eine ökumenische Mahlfeier jedoch nicht möglich.

 Pfarrei Teublitz047Am Ende des Gottesdienstes sorgte Pfarrer Michael Hirmer ungewollten für einen Lacher, dem großer Applaus folgte. Als er sich dankten an seine evangelische Kollegin Hanna Stahl wandte, sagte er: „Liebe Hanna! Schön, dass wir miteinander Ostern gefeiert haben. Schade, dass wir noch nicht gemeinsam Eucharistie feiner können. Aber wir beten, dass dies einmal unsere Kinder können.“ Mit dem Segen von Pfarrerin Hanna Stahl endete eine Osternachtsfeier, die in die Geschichte der Teublitzer Pfarrgemeinde eingehen wird.

 

 

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Teublitz, Ostern 2021