Pfarrei Teublitz 020„Geh in das Land, das ich dir zeigen werde!“ - 9-tägige Pilgerreise ins Heilige Land der Pfarreiengemeinschaft Theuern-Ebermannsdorf-Pittersberg sowie St. Josef Weiden.

Neugierig und gespannt, auf die Wurzeln unseres christlichen Religion Glaubens, machte sich die 55-köpfige Pilgergruppe rund um Pfarrer Michael Hirmer aus Teublitz und Gemeindereferentin Kathrin Blödt aus Ebermannsdorf auf den Weg ins Heilige Land. Nach dem Flug von München nach Tel Aviv ging es mit dem Bus in die Stadt Jerusalem, die für die drei großen Weltreligionen Christen, Juden und Muslime die „Heilige Stadt“ ist. Nach Bezug der Unterkunft im Paulushaus, einer Pilgerherberge des „Deutschen Vereins vom Heiligen Land“ machte sich die bunt gemischte Reisegruppe auf den Weg durch Jerusalem.








 



Pfarrei Teublitz 016Den Auftakt bildete ein wunderschöner Pilgergottesdienst in der Gedächtnisstätte „Dominus flevit“, was übersetzt so viel wie „Der Herr weinte“ heißt. Mit einem herrlichen Blick über die Stadt Jerusalem mit ihren zahlreichen Heiligen Orten wurde der Ölberg, sowie der Garten Getsehmane mit der „Kirche der Nationen“ näher betrachtet. Anschließend ging es auf den Berg Zion hinauf, man besuchte die „Dormitio“ mit dem Abendmahlssaal, die Entschlafungsstelle Mariens sowie das Grab von König David. Eine Begegnung mit dem Benediktinermönch Pater Matthias, dem Prior der Dormitio, der aus der Oberpfalz stammt, beeindruckte die Pilger.

Ein Highlight folgte am nächsten Tag. Die Gruppe machte sich auf den Weg ins palästinensische Gebiet, zur Geburtsstätte Jesu nach Betlehem. Neben einem Besuch der Geburtskirche mit der Grotte sowie einem Gebet in der katholischen Katharinenkirche standen die Hirtenfelder in Bethlehem am Programm. In der dortigen Kirche wurde das „Gloria in excelsis Deo“ angestimmt, wie es einst die Engel auf den Feldern den „an die Wand gedrückten“ Hirten verkündet hatten. Mit einem Stein, den sich jeder für die eigene Weihnachtskrippe zuhause als Andenken mitnehmen konnte, ging es weiter nach Emmaus Qubeibe. Nach alter Tradition begegnete hier der Auferstandene Jesus den beiden Jüngern. Auch die Pilgergruppe durfte eine Begegnung erfahren: Ein Treffen mit Schwester Hildegard, die sich mit aller Kraft und trotz vieler widriger Umstände für alte und pflegebedürftige Menschen, vor allem Frauen einsetzt berührte alle Anwesenden sehr. Das Alten- und Pflegeheim sowie eine Ausbildungsstätte für Krankenschwestern wird vom Deutschen Verein fürs Heilige Land gefördert und unterstützt.

Pfarrei Teublitz 022Der nächste Tag begann sehr früh am Morgen. Bereits um 5 Uhr machte sich die Pilgergruppe auf den Weg durch das noch dunkle Jerusalem, um auf der Via Dolorosa den Kreuzweg zu beten. Sehr eindrücklich folgte man dem Weg, den Jesus vor mehr als 2000 Jahren mit dem Kreuz auf den Schultern gegangen ist und betete und sang gemeinsam. Endpunkt dieses Kreuzweges war die Grabeskirche (Anastasis), die das Heilige Grab, die Kreuzigungsstelle sowie den Salbstein Jesu beherbergt. Dort feierte die Gruppe als frühen Tageshöhepunkt eine Heilige Messe, auf dem Felsen Golgota.

Mit einem Frühstück gestärkt setzte sich das Programm mit einem Gang zum Tempelberg fort. Einst stand dort der Salomonische Tempel, den Jesus das „Haus seines Vaters“ nannte. Heute befindet sich dort die Al-Aqusa-Moschee sowie der berühmte Felsendom mit seiner goldenen Kuppel. Die Klagemauer der Juden, die sogenannte „Western Wall“ beeindruckte die ganze Gruppe. Jeder hatte im Vorfeld bereits eine Bitte oder eine Klage formuliert und diese auf einem Zettel in die Klagemauer gesteckt.

Anschließend ging es durch die archäologischen Ausgrabungen der alten Davidsstadt weiter zur Gihonquelle, an der Salomo zum König gesalbt wurde. Ein kurzer Stopp am Siloachteich, an dem Jesus einen Bilden heilte beendete das offizielle Programm dieses erlebnisreichen Tages in Jerusalem.
Am Nachmittag teilte sich die Gruppe auf und genoss entweder eine Führung durch die Zitadelle, dem Historischen Ort des Jesus Prozesses oder einen freien Nachmittag in der Altstadt von Jersualem mit seinen Basaren und dem Flair dieser besonderen Stadt.




Am nächsten Tag stand die Abreise in den Norden des Landes an, es ging an den See von Galiläa. Zuvor besuchte die Gruppe noch die St. Anna-Kirche in Jerusalem mit einer wundervollen Akkustik, die mit mehreren Liedern und Gesängen gleich getestet wurde. Nach einem sehr emotionalen „Heilungsgottesdienst“ am Teich Betesda und vielen Gebeten für nahe stehende Menschen machte sich die Gruppe mit dem Bus auf in Richtung Norden.

Pfarrei Teublitz 027Der erste Zwischenstopp erfolgte in der Wüste Juda, mit einem Blick ins Wadi Qelt und dem Georgskloster, wo die berühmte Geschichte vom „Barmherzigen Samariter“ spielt. Nach dem Lesen der Bibelstelle der Versuchung Jesu in der Wüste gab es noch ein Gruppenfoto mit der Wüste im Hintergrund. Auf der Weiterfahrt passierte man die Stadt Jericho um dann das nächste Ziel anzufahren: Das Tote Meer, der tiefste Punkt der Erde mit 422 Metern unter dem Meeresspiegel. Die Pilgergruppe genoss es, im stark salzigen Wasser „getragen“ zu werden und viele ließen sich dieses Badeerlebnis nicht nehmen. Anschließend fuhr der Bus weiter zur traditionellen Taufstelle Jesu am Jordan, wo die Gruppe ihr Taufversprechen erneuerte.

Am Abend kam man dann im Pilgerhaus Tabgha an, ein Haus des Deutschen Vereins vom Heiligen Land, wo sich die Pilgerinnen und Pilger für weitere 4 Tage nieder ließen.
Der großartige Blick über den See sowie der hohe Wasserstand (in Israel hatte es in den letzten Monaten so viel geregnet, wie schon lange nicht mehr) beeindruckte nicht nur den Reiseleiter, sondern die ganze Gruppe.





Pfarrei Teublitz 011Der erste Tag am See Genezareth begann mit einer emotionalen heiligen Messe direkt am Seeufer. Pfarrer Michael Hirmer stellte das Evangelium von der Berufung der Jünger in den Mittelpunkt. Da war es ein schöner Zufall, dass just in diesem Moment ein Fischerboot am See anlegte. Mit persönlichen Gegenständen legten die Pilger ein „Beziehungsnetz“ am Altar des Seeufers.
Anschließend folgte eine Bootsfahrt auf dem See Genezareth. Nach dem Hissen der bayerischen Flagge und der Bayern-Hymne gab es auch dort auf dem Boot einen geistlichen Impuls. Danach war auf Grund des Faschingsdienstages kein Halten mehr. Die Pilgergruppe tanzte und sang auf dem Boot und natürlich durfte neben dem Ententanz auch der Zillertaler Hochzeitsmarsch nicht fehlen.
Gut gelaunt setzte die Gruppe ihre Reise fort und besuchte die „Primatskapelle“ am Ufer des Sees. Viele ließen sich in der Mittagspause einen „Petrusfisch“ schmecken und so ging es gut gestärkt weiter nach Kafarnaum, an den Ort, wo Jesus historisch nachweislich viel Zeit verbracht hat. Neben der Synagoge waren dort u.a. eine alte Siedlung aus dem ersten Jahrhundert, sowie das Haus des Petrus zu sehen. Weiter ging es danach zum Berg der Seligpreisungen, auf dem Jesus seine bekannte Bergpredigt gehalten hat.
Im Anschluss daran besuchte die Gruppe die Brotvermehrungskirche, mit dem weltberühmten Mosaik der fünf Brote und zwei Fische unter dem Altar. Dort wird ein Fels verehrt, an dem Jesus dieses Brotwunder wirkte. Ein Spaziergang am Seeufer führte die Gruppe zurück ins Pilgerhaus.

Der Aschermittwoch begann für die Pilgerinnen und Pilger ebenfalls am Seeufer. Pfarrer Hirmer feierte mit der Gruppe einen Wortgottesdienst, der die Schlichtheit des Beginns der Fastenzeit betonte. Außerdem bekam jeder ein Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet, mit den Worten: „Bekehre dich und glaub an das Evangelium“.
Der Besuch der Banjas-Wasserfälle sowie der Jordan Quelle in Cäsarea Philippi lud viele dazu ein, eine Flasche Jordanwasser als Taufwasser abzufüllen und mit nach Hause zu nehmen. Nach einem landestypischen Mittagssnack bestehend aus Fladenbrot und sogenanntem „Labaneh“ fuhr der Bus weiter auf einen Berggipfel in den Golan-Höhen wo man einen Blick über den Libanon, Syrien und Israel genießen durfte. Ein Foto-Stopp mit grandioser Aussicht über den See Genezareth mit untergehender Sonne rundete diesen Aschermittwoch ab.

Pfarrei Teublitz 013Am offiziell letzten Tag der Pilgerreise durchs heilige Land begab sich die Gruppe nach Nazareth, an den Ort, in dem den Überlieferungen zufolge Jesus mit seinen Eltern Josef und Maria lebte. Den ersten Tageshöhepunkt bildete ein Besuch der Schule der Salvatorianerinnen bei Schwester Mirjam und Schwester Klara. Die beiden Schwestern erklärten der Pilgergruppe ihre Arbeit und das Schulsystem an dieser Schule. Anschließend besuchte man den Marienbrunnen sowie die orthodoxe Verkündigungskirche, bevor es in die katholische Verkündigungskirche ging, in dem auch das Wohnhaus von Josef, Maria und Jesus zu sehen war.
Ein letzter Höhepunkt erwartete die Pilgergruppe auf dem Berg Tabor, dem Ort, an dem Jesus verklärt wurde. Dort feierte man einen ergreifenden Abschlussgottesdienst, in dem man noch einmal sehr dankbar auf alles zurück schaute.

Ein großes Dankeschön erging an Reiseleiterin Ramzia Sabagh, die als einheimische Christin die Gruppe hervorragend durch das Heilige Land geführt hat. Einen weiteren Dank sprach die Gruppe an Pfarrer Hirmer aus, der die Begeisterung für das heilige Land an alle weitergegeben hat und mit seinen geistlichen Impulsen und seiner Spiritualität der Pilgerreise einen hervorragenden Rahmen verliehen hat.
Am letzten Abend traf sich die Gruppe wie jeden Tag noch einmal zum Abendgebet, welches die Tage abrundete. „Diesen Tag Herr, leg ich zurück in deine Hände, denn du gabst ihn mir“ – mit diesem Liedruf schaute die Pilgergruppe auf jeden Tag zurück und legte alles dankbar in die Hände Gottes.
Nach der Busfahrt zum Flughafen und dem Rückflug nach München waren sich alle einig, dass diese Reise für alle unvergesslich bleiben wird.

 

Bericht: GemRef. Kathrin Blödt, Bilder privat

Heiliges Land, 20.-29. Feb ´20