Pfarrei Teublitz 003Seit knapp zwei Wochen ist im Weltladen des Teublitzer Pfarrheim die Ausstellung „Alle in einem Boot“ zu sehen. Sie zeigt spannende und interessante Karikaturen, welche das Verhältnis zwischen Europa und Afrika beleuchten. Am Donnerstag vor dem Palmsonntag kam Christina Engl aus Regensburg nach Teublitz, um über die Gründe von Migration und Flucht in Afrika zu referieren. Die Dioplomtheologin, die für die Caritas Diözesanverband Regensburg für die Flüchtlingshilfe zuständig ist, überschrieb ihr Referat mit „Das Kamel, das zum Dromedar wurde“.

 



Mit diesen Titel spielte die Referentin auf zwei Grafiken an, die sie zu Beginn ihres Vortrags präsentierte. Sie stellen dar wie viel Einkommen pro Tag ein Mensch im Jahr 1975 und 2014 verfügte. Dabei zeigte sich, dass in den letzten 40 Jahren ein Großteil der Weltbevölkerung von der Unter- in die Mittelschicht entwickelt hat. Jedoch haben immer noch über eine Milliarde Menschen weniger als einen Dollar pro Tag zum Leben. Die meisten dieser Menschen lebten in Afrika.

Engl unterschied bei den Menschen, die ihre Heimat in Afrika verlassen zwischen Migranten und Flüchtlingen. Migranten seien Menschen, die wegen einer bestimmten Hoffnung ihre Heimat freiwillig verlassen. Vor allem jugendliche Männer machen sich in Afrika auf den Weg, um eine bessere Zukunft zu finden. Flüchtlinge hingegen werden aufgrund gewisser Gewaltfaktoren aus ihrer Heimat vertrieben. Deshalb sind trifft Flucht alle Altersschichten. Südlich der Sahara, so die Referentin weiter, seien 30% der Bevölkerung migrationswillig. Von diesen 300 Millionen Menschen migrierten tatsächlich 38 Millionen. Weitere 25,5 Millionen Menschen wurden gewaltsam vertrieben und sind auf der Flucht. Dabei kamen im Jahr 2018 lediglich nur knapp 42tausend Flüchtlinge in Deutschland an. Der weitaus größere Teil von Migration und Flucht betrifft afrikanische Staaten. So sei das arme Land Äthiopien einer des Länder, das weltweit die meisten Migranten und Flüchtlinge aufgenommen hat. Dabei gibt es in der dortigen Gesellschaft keine Diskussion darüber, ob man diese Flüchtenden aufnehmen solle oder nicht, da Gastfreundschaft hier ein hohes Gut ist.
Christina Engl berichtete über ihre persönlichen Erfahrungen, als sie im vergangenen Jahr im Rahmen eines Missio-Projektes ein Flüchtlingslager in Äthiopien besuchen konnte. In einem Film zeigte sie, wie ein christlichen Priester versucht sich im die Flüchtlinge zu kümmern, um ihnen eine neue Heimat auch im spirituellen Sinne zu schenken.

Am Ende des Vortrages bedankten sich Pfarrer Michael Hirmer und die Leiterin des Teublitzer Weltladens Christine Luber bei der Referentin und der Trommelgruppe, die den Abend musikalisch gestaltete. Die Karikaturen-Ausstellung ist noch bis eine Woche nach Ostern im Weltladen im Teublitzer Pfarrheim zu sehen.

 

Teublitz, 12.04.2019