Weihnachten – Fest der Liebe

Weihnachten wird ja immer das „Fest der Liebe“ genannt. Doch Liebe hat viele Gestalten. Das zeigt uns auch das Leben der Gottesmutter Maria:

Das Wagnis

Die erste Gestalt der Liebe ist wohl das „Wagnis“ sich auf etwas oder jemand neuen einzulassen. Das Ja Mariens zur Botschaft des Engels war ein absolutes Wagnis der Liebe. – Ist das möglich? Kann das klappen? Ist das der richtige Weg? – Wann haben Sie zuletzt, angetrieben von Liebe, etwas Neues gewagt?

Das Verliebtsein

Die leidenschaftliche Gestalt der Liebe ist das Verliebtsein. Liebe setzt Energien frei, treibt an und lässt uns Großes vollbringen. Wann waren sie das letzte Mal Feuer und Flamme?

Die Treue

Verliebtsein verwandelt sich im Alltag. Das Hochgefühl verfliegt und die leidenschaftliche Liebe des Anfangs verwandelt sich und trägt ihr Alltagsgewand: Die Treue. Die Alltagsgestalt der Liebe ist die Treue. – Treu sorgte Maria für ihren Sohn. Treu begleitete sie ihn durchs Leben, auch wenn sie ihn nicht immer verstanden hat. – Was oder wen lieben treulich im Alltag? Wem oder was bin ich in Liebe treu, durch die Veränderung der Zeit hindurch?

Der Schmerz

Oft wird Maria dargestellt mit einem verwundeten Herzen, durch das ein Schwert dringt. Liebe macht offen. Liebe macht verletzlich. Niemand kann mich tiefer verletzen, als der, den ich liebe. – Es schmerz so sehr, wenn Beziehungen scheitern. Es tut so weh, wenn Geliebte Leid erfahren. Nur Menschen, die offenen Herzens lieben, können in ihrer Seele Grund auch Leid (und Mitleid) erfahren – und dieses in Liebe ertragen.

Die Trauer

Das letzte Gewand, das die Liebe hier auf Erden trägt, ist die Trauer: Maria unter dem Kreuz. Menschen trauern um einen geliebten Menschen. Nur wer wirklich geliebt hat, kann auch um jemanden trauern. – Um wen trauen sie?

Die Fülle

Doch die Liebe bleibt nicht stehen bei Schmerz und Verlust. Sie eröffnet uns einen ganz anderen Weg. Maria überwindet den Schmerz von Tod und Trauer durch die unendliche göttliche Liebe, zu der sie einst in einem Wagnis ja gesagt hat, der sie ein Leben lang treu geblieben ist, selbst unter dem Kreuz. Diese Liebe führt nicht nur Maria, sondern auch uns zur Fülle, zu Gott selbst. – Wagen wir es, ja zu sagen, zu dieser göttlichen Liebe?

An Weihnachten geht Gott das Wagnis ein, uns Menschen seine Liebe zu schenken.
Können wir zur göttlichen Liebe ja sagen in all ihren Gestalten?